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Freitag, 20.01.2012, 10:55

Ich habe nach meiner letzten story viele Fragen bezüglich meiner derzeitigen location bekommen.

Also: gerade im Moment bin ich mit meinem Freund in Südostasien auf Urlaub und das noch bis Ende Jänner. Dann gehts auf direktem Weg zurück in die Heimat. In Shanghai sind wir vor zwei Wochen ausgezogen- Sachen gepackt, Container abgeschickt, Wohnung zurückgegeben, auf der Abschiedsfeier massiv abgestürzt - das ganze Programm, wie es sich gehört ; )

Die Geschichten über meine Schauspielerei, die ich jetzt veröffentliche, haben sich alle im vergangenen Jahr in Shanghai ereignet - da ich aber mit Doppeljob ziemlich eingespannt war, habe ich nicht zeitgleich darüber geschrieben.

Danke für euren liebe Kommentare - bin sehr glücklich zu sehen, dass ihr, trotz meiner längeren Abwesenheit, doch immer wieder reinschaut : )

Alles Liebe
Wei Na

PS: auf dem Bild seht ihr mich, wie ich beim Schnorcheln vor einem Walhai flüchte. Aufgenommen von meinem Freund, der das zum Schreien lustig gefunden hat.


Sonntag, 13.03.2011, 15:31

Am vergangenen Freitag hetze ich wie eine Blöde von meeting zu meeting. Im Vorbeigehen höre ich, dass Kollegen ein Erdbeben in Japan erwähnen. Ich denke mir nicht viel dabei, da es in Japan dauernd bebt und die Japaner in der Hinsicht ziemlich gut ausgerüstet sind. Als ich vor gut einem Monat in Tokyo war, hat es auch zwischendurch einmal gewackelt – niemand hat auch nur mit einer Wimper gezuckt. Ich schaue kurz bei einer (westlichen) Kollegin vorbei, die vor kurzem von unserem HQ als Unterstützung für A. für ein paar Monate nach Shanghai geschickt wurde.

Anmerkung: Sie ist erst seit eineinhalb Monaten da, aber ihre Nerven liegen bereits blank. China ist eben nur etwas für die ganz Harten.

Als sie mich bemerkt, blickt mich Kollegin C. mit schreckensgeweiteten Augen an und meint, dass man das japanische Erdbeben selbst in Shanghai gespürt hätte.
Ich: „So ein Blödsinn, da hat die Straße sicher nur gewackelt, weil wieder irgendwo ein neuer U-Bahnschacht, Tunnel etc gebaut wird oder ein illegal errichtetes Gebäude umgefallen ist. Ich habe nichts gespürt.“

Insgeheim denke ich mir, dass Kollegin C. noch nicht lange genug in China ist, sonst wäre ihr so eine minimale Erschütterung nicht aufgefallen. Und munter schurle ich weiter durch die Gegend. Am Abend möchte ich mit C. in Shanghai um die Häuser ziehen. Ich hole sie von ihrem Platz ab und sehe, dass sie wie gebannt vor ihrem Bildschirm hängt. Sie ist ziemlich blass. Ich mache mir langsam ernsthaft Sorgen um sie.

C.: „Shanghai ist doch ziemlich flach und liegt am Meer.“
Ich: „Ja, das stimmt. Wollen wir jetzt langsam gehen?“

C. dreht sich mit großen Augen zu mir um und meint, dass wir uns vielleicht eher Gedanken machen sollten, wie wir schnellstmöglich in ein höher gelegenes Gebiet evakuieren könnten.

Ich denke mir, dass sie jetzt endgültig den Verstand verloren hat.

C: „Es gibt eine Tsunami Warnung für die chinesische Küste.“

Aufgrund des Erdbebens in Japan gibt es mehrere Tsunami Warnungen, ua auch für Shanghai. Ich versuche C. zu beruhigen und erzähle ihr von den jährlichen Taifun Warnungen in Shanghai bei denen sich jedes Mal alle hysterisch in ihren Häusern verbarrikadieren. Schlussendlich hat es aber nie mehr als strömende Regen und ein paar stärkere Windböen gegeben. Natürlich tun mir die Japaner in dem Moment leid und ich beschließe, mich am nächsten Tag vor das Internet zu hängen und mich über das Erdbeben zu informieren. Ich sehe allerdings keinen Grund unseren Freitagabend Plan aufzugeben. Außerdem denke mir insgeheim, dass C.‘s Nerven ein paar Gläser Wein gut tun würden. Ich verfrachte C. in ein Taxi und wir fahren zu einer Vinothek, wo wir uns mit einer Gruppe meiner Freunde treffen.
In der Vinothek sitzen wir schließlich zusammen. Nach einiger Zeit kommt das Erdbeben zur Sprache und meine Freundin S. checkt die Lage über ihr Blackberry. Das Resultat ist ernüchternd: Das stärkste Erdbeben in der Geschichte Japans, Tsunamis in Japan, Tsunami Warnungen überall, das Ausmaß der Katastrophe noch unklar. Sollte der Tsunami nach Shanghai kommen, müssten wir um ungefähr 20.00 Uhr damit rechnen. Uns wird klar, dass wir es hier mit einer schlimmen Katastrophe zu tun haben. Siedend heiß fällt mir ein, dass meine Wohnung auf der anderen Seite des Flusses liegt und dass ich mich nicht im Tunnel befinden möchte, wenn der Tsunami heran rollt. Alle, die auf der andern Seite des Flusses, in Pudong, wohnen, beschließen notfalls die Nacht in Puxi zu verbringen.

Um Mitternacht meldet S. dass es für Shanghai Entwarnung gibt. Ich verfrachte die stark angeheiterte C. in ein Taxi und wir fahren hinüber nach Pudong. S. meint noch im Gehen, dass auch japanische Atomkraftwerke beschädigt worden seien. Ich denke mir nicht viel dabei - die Japaner setzen doch bekanntermaßen auf die hochwertigsten Technologien und werden wohl auch bei der Wartung ihrer Anlagen immer gewissenhaft vorgehen. Wenn chinesische Atomkraftwerke betroffen wären, bestünde vermutlich eher Grund zur Sorge. Ja, das denke ich mir noch am Freitagabend.

Am Samstag hetze ich vom Fitnesscenter zum Friseur und weiter zur Physiotherapie. S. hat von ihrem Chef zwei VIP Tickets für das Usher Konzert in der Mercedes Benz Arena in Shanghai bekommen und ich freue mich tierisch darauf, da ich insgeheim ein großer Fan von Usher bin. Ich telefoniere zwischendurch mit meinem Brüderlein, der mittlerweile seit Ende Februar in Beijing wohnt.

Ich: „Alles klar bei dir?“
Bruder: „Ja, noch ist keine radioaktive Wolke bis nach Beijing gekommen.“
Ich: „Wieso, hat es bei euch einen Unfall gegeben? Oder sind die Nordkoreaner jetzt endgültig durchgeknallt?“

Daraufhin klärt mich mein Bruder darüber auf, dass ein AKW in Fukushima durch das Erdbeben in Japan so stark beschädigt worden sei, dass man einen Reaktor-Unfall nicht ausschließen könnte.

Mit gemischten Gefühlen fahre ich nachhause. Sicher nur unnötige Panikmacherei. Und wieder denke ich mir, dass gerade die Japaner für solche Fälle doch am besten gerüstet sein müssten. Es bleibt keine Zeit, um ins Internet zu gehen, da sich ein paar Freundinnen fürs „Vorglühen“ vor dem Konzert angemeldet haben. Ich versuche gleichzeitig ein Outfit auszuwählen, mich zu schminken und die Wohnung für den Besuch halbwegs aufzuräumen. Bald darauf steht S. vor der Tür. Sie wirkt nervös.

„In einem Block des AKW in Fukushima hat es eine Explosion gegeben.“

Langsam kriecht ein wirklich ungutes Gefühl in mir hoch. Ich begebe mich fluchtartig zu meinem PC und gehe auf die Seite von NTV. Sofort springen mir die Schlagzeilen ins Gesicht. „Höchste Atom-Alarmstufe“, „Kernschmelze nicht offiziell bestätigt“, „Massenweise Evakuierungen in Japan“ etc. Dann beginnt mein Handy zu läuten. In der folgenden Stunde rufen panische Verwandte an und verlangen, dass ich mich umgehend in den nächsten Flieger nachhause setze. Jetzt sei es noch möglich, wenn die Situation sich allerdings dramatisch verschlimmern sollte, würde ich womöglich am Flughafen festsitzen. Blitzschnell werden Distanzen zwischen Shanghai und Fukushima (1800 km) und Windrichtungen gegoogelt (Richtung Pazifik, vorerst haben die Amerikaner mehr zu befürchten). Meinem Bruder wird aufgetragen sofort zu mir nach Shanghai zu fliegen, bis wir schließlich feststellen, dass Beijing weiter von Fukushima entfernt ist als Shanghai.

S. hängt sich in die Warteschleife des deutschen Konsulates. Meine anderen Freundinnen treffen ebenfalls telefonierend ein. Zuhause werden Radiologen und Strahlenexperten kontaktiert. Wir versuchen die Verwandten zu beruhigen. S. kommt irgendwann beim Konsulat durch, erfährt aber auch nicht mehr als wir ohnehin schon wissen. Der Ratschlag lautet: Abwarten und nicht panisch werden. Mein bestes Argument in der Diskussion mit Verwandten daheim: Tschernobyl war nur 900 km von Wien entfernt, der Wind war ungünstiger und wir sind damals auch nicht geflüchtet. Schließlich beschließen wir, zumindest das Konzert noch abzuwarten. Sollte sich herausstellen, dass Usher bereits in seinem Privatjet in Richtung Sicherheit ist, wollen wir es ihm gleichtun und vorzeitig unsere Zelte in Shanghai abbrechen. Mit gedrückter Stimmung fahren wir zum Mercedes Benz Stadium.

Unsere Befürchtung tritt nicht ein, Usher tritt auf und liefert eine grandiose Darbietung. Das Konzert schafft es tatsächlich uns von der heiklen Situation für ein paar Stunden abzulenken. Besonders die Textzeile „Dance like it’s the last night of your life“ prägt sich ein und wir beschließen uns für diese Nacht nicht mehr verrückt zu machen.

Nach den letzten Meldungen heute hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zumindest eine partielle Kernschmelze stattgefunden. Eine Explosion in einem anderen Block des Atomkraftwerkes droht. Ein ähnliches Szenario wie in Tschernobyl halten allerdings alle Experten für ausgeschlossen. Ich bin mittlerweile ziemlich gelassen und werde die Entwicklungen der nächsten Tage abwarten. Egoismus ist angesichts der Situation der unmittelbar Betroffenen auch wirklich nicht angebracht.

Mir tun die Menschen in Japan unsäglich leid, die derzeit von einer Katastrophe nach der anderen heimgesucht werden. In weiten Teilen des Landes ist die Stromversorgung zusammengebrochen, in manchen Gebieten wird das Trinkwasser knapp, hunderte Opfer des Tsunami werden an die Küste gespült, tausende Menschen sind obdachlos oder wurden evakuiert. Und es kann womöglich noch schlimmer werden. Ich hoffe, dass alle involvierten Experten es in den nächsten Tagen schaffen, die Lage in dem Atomkraftwerk unter Kontrolle zu bringen.

Bild: thestarphoenix.com


Donnerstag, 20.01.2011, 13:42

Am Wochenende feiern wir Wang Yans Büro-Abschied und Xiao Jings Bachelorette Party. Wang Yan hat beschlossen, den Job in unserer Abteilung gegen einen besser bezahlten, prestigträchtigeren einzutauschen (wer kann es ihr verdenken?) und Xiao Jing hat sich dazu entschlossen zu heiraten. Oder, besser gesagt, ihr Verlobter Michael hat ihr einen Antrag gemacht und sie hat ihn angenommen. Xiao Jing’s Verlobter ist ein kleiner, dünner, blasser Amerikaner mit großen treuherzigen Augen, den die meisten westlichen Frauen (vorausgesetzt, dass sie halbwegs emanzipiert sind) zum Frühstück verspeisen würden. Die Sorte Mann, bei der sich viele Frauen denken würden: „Den könnte ich möglicherweise unter den Tisch trinken und beim Armdrücken gegen mich würde er wahrscheinlich auch verlieren.“ Xiao Jing wiederum ist ein quietschvergnügte, resolute Nordchinesin mit einem der rundesten Gesichter, die ich bisher in China gesehen habe. Sie trägt Kleidergröße 38-40 und ist somit in den Augen der meisten ihrer Landsmänner stark übergewichtig. Da sie zusätzlich bereits im hohen Alter von 31 Jahren ist, wäre es für sie ein wahrhaft schweres Unterfangen einen chinesischen Ehemann zu finden.

Mit einem Wort: Xiao Jing und Michael passen hervorragend zusammen.

Wang Yan, unsere ehemalige Shanghai office Leiterin Jin Ling (ja, auch sie hat ihren Job hingeschmissen und sich etwas Besseres gesucht) Xiao Jing und und ich treffen uns zuerst zum Abendessen in einem vietnamesischen Restaurant. Xiao Jing hat sich ordentlich aufgebretzelt. Sie hat nicht nur ihrer Kosmetikerin einen Besuch abgestattet, sondern sich auch in ein brandneues Seidenkleid geworfen. Wir killen die erste Flasche Wein und Xiao Jing erzählt uns begeistert, dass sie seit dem Heiratsantrag immer öfter von Hollywoodschauspielern und auch Schauspielern der Hong Kong-chinesischen Filmindustrie träumen würde.

Randbemerkung: Wang Yan hat mir einmal erklärt, dass es in Hong Kong die einzige ernstzunehmende chinesische Filmindustrie gäbe. Alle international bekannten chinesischen Filme wären aus Hong Kong, so zB „Hero“ (sehr empfehlenswert), "Tiger and Dragon" (love it!), „Chunking Express“ (ganz nett), aber auch der umstrittene Film „Lust, Caution“. Dieser Film verursachte aufgrund seiner relativ expliziten Sexszenen einen kleinen Skandal – wobei er nicht mehr zeigt, als man aus Erotikfilmen wie Basic Instinct kennt. Jedenfalls wurde dieser Film in Festland China nur stark zensiert gezeigt. Sämtliche Sexszenen wurden aus dem Film geschnitten. Da der Film aber zu ungefähr 60% aus Sexszenen besteht und viele von ihnen nicht unwesentlich zur Handlung beitragen, war der Plot des Filmes für das Publikum in Festland China vollkommen unverständlich. Jedenfalls solange bis sie sich die ungeschnittene Raubkopie des Originals in dem DVD Geschäft ihres Vertrauens besorgen konnten ...

Zurück zum Jungesellinnen-Abschied und zu Xiao Jing. Seit dem Heiratsantrag träumt sie also regelmäßig von Tom Cruise, Tony Leung, Jet Li und wie sie sonst noch alle heißen. Nach der zweiten Flasche Wein gesteht sie uns kichernd, dass sie auch davon träumt, dass diese Männer sie zum Beischlaf auffordern würden. Auf der Damentoilette des Restaurants bespreche ich mit Wang Yan, ob wir ein dritte Flasche Wein bestellen sollen, um dann womöglich zu erfahren, dass es in Xiao Jing’s Träumen auch tatsächlich mit einem Kung Fu Star zur Sache gehen würde. Wir entscheiden uns dann allerdings doch lieber für einen location-Wechsel. Zu Viert werfen wir uns in ein Taxi und machen uns auf den Weg zu einem unserer aktuellen Lieblings-Clubs, dem „Chinatown“. Auf dem Weg dorthin, zieht Xiao Jing sich mit ihrem Lippenstift verführerisch die Lippen nach und meint: „Es wäre doch schade, wenn diese Lippen heute Abend nicht geküsst würden.“ Na, das kann ja ein heiterer Abend werden …

Im Chinatown angekommen bestellen wir uns eine Flasche Champagner. Auf der Bühne singt ein muskulöser Sänger live. In den Pausen der Gesangsdarbietung heizen leichtbekleidete Samba-Tänzerinnen die Stimmung an. Das Publikum tobt und Xiao Jing wird mit jedem Glas Champagner lustiger. Ich gebe dem Manager des Clubs einen dezenten Hinweis auf Xiao Jing’s anstehende Hochzeit und kurz darauf wird sie vom Sänger auf die Bühne gerufen. Er widmet ihr ein Lied, tanzt mit ihr und wirbelt sie über die Bühne – Xiao Jing genießt es.

Lange nach Mitternacht hat der Sänger seinen letzten Auftritt und der DJ übernimmt die musikalische Untermalung. Jin Ling ist längst nachhause gegangen, während Wang Yan und ich weiterhin mit Xiao Jing die Stellung halten und die Tanzfläche zum Beben bringen. Wang Yan und ich werden von dem Clubmanager angesprochen und in ein Gespräch verwickelt. Xiao Jing tanzt strahlend alleine weiter. Als wir uns wieder zu ihr auf die Tanzfläche begeben möchten, ist sie verschwunden. Ein wenig besorgt, da sie offensichtlich nicht mehr ganz nüchtern war als wir sie zuletzt gesehen haben, machen wir uns auf die Suche nach ihr. Sie ist weder auf der Damentoilette, noch auf der Tanzfläche oder bei der Bar zu finden. Ein wenig nervös grasen wir den Club nach ihr ab. Schließlich fragen wir den Manager ob er unsere Freundin gesehen hätte.

Er zwinkert uns verschwörerisch zu und führt uns die Treppe hinauf in den zweiten Stock des Clubs, wo es wie in einem Theater ein paar logenartige Séparées gibt, in denen man in einer privaten Runde einen eigenen Raum mit Blick auf die Bühne hat. Der Clubmanager klopft an eine der Türen, die daraufhin von einem leicht zerzaust aussehenden jungen (westlichen) Mann geöffnet wird. Wang Yan und ich blicken uns verwirrt an. Was hat dieser Mann mit unserer Freundin Xiao Jing zu tun? Als wir aber einen Blick in den Raum werfen, offenbart sich uns sofort des Rätsels Lösung. Xiao Jing sitzt auf einem der Sofas und versucht peinlich berührt ihr in Unordnung geratenes Seidenkleid zu richten. Sie blickt uns mit leicht glasigen Augen betreten an. Ich bemerke, dass der im Taxi sauber nachgezogene Lippenstift quer über ihre Wangen verschmiert ist. Der Jüngling, mit dem sie allem Anschein nach wenige Minuten zuvor in einen heftigen Nahkampf verwickelt war, ist ein Abbild ihres künftigen Ehemannes – somit muss sie sich immerhin keine Sorgen machen, dass sie den falschen Typ Mann heiraten wird.

Wang Yan bricht als Erste das peinliche Schweigen und meint mit aufgesetzter Munterkeit: „Wei Na und ich sind müde – vielleicht sollten wir alle zusammen ein Taxi nachhause nehmen?“ Xiao Jing nickt übereifrig, springt auf und verabschiedet sich mit einem flüchtigen (und züchtigen) Kuss auf die Wange von ihrer Eroberung. Uns muss sie eigentlich nichts mehr vormachen. Der Typ blickt ihr ziemlich verdattert hinterher und möchte ihre Telefonnummer haben. Wang Yan schiebt Xiao Jing resolut Richtung Ausgang, während ich dem Typen zurufe, dass Xiao Jing sich bei ihm melden würde. Das letzte was wir von ihm hören ist der verzweifelt Ausruf, dass Xiao Jing seine Nummer doch gar nicht hätte.

Sobald wir im Taxi sitzen, bricht Xiao Jing in Tränen aus. Und wie sich bald herausstellt, nicht etwa wegen ihres schlechten Gewissens, nein, ganz und gar nicht.

Xiao Jing: „Ich will nicht heiraten, ich will nicht heiraten. Wieso können Michael und ich nicht einfach so weitermachen wie bisher, das war doch auch bis jetzt vollkommen in Ordnung.“

Und weiter: „Mein Vater hat das ganze angezettelt, da er meint ich wäre zu dick und schon so alt und sollte dazu sehen, schnell einen Ehemann zu bekommen. Er ist Michael damit in den Ohren gelegen, mir einen Antrag zu machen und Michael hat widerspruchslos diese Anordnung ausgeführt.“

Vorsichtig fragen Wang Yan und ich nach dem Grund von Xiao Jing’s plötzlicher Erkenntnis, dass Michael vielleicht doch nicht der Richtige sein könnte.

Xiao Jing: „Er ist nicht unbedingt der Falsche. Aber sobald man verheiratet ist, kann man nur noch mit einem einzigen Mann für den Rest seines Lebens Sex haben. Und diese Vorstellung macht mir Angst.“

Xiao Jing ist mittlerweile mit Michael verheiratet. In ihrer Heimatgemeinde wurde ein rauschendes Fest veranstaltet und der Grundstein zu einer „glücklichen“ Ehe gelegt. Nächstes Wochenende schauen wir uns bei Jin Ling zuhause das Hochzeitsvideo an.

Picture: nur zur Klarstellung: die Dame auf dem Bild die mit dem Sänger tanzt ist nicht Xiao Jing, sondern ein anderer Gast des Clubs an dem Abend. Sie hatte auch etwas zu feiern, ich weiß nur beim besten Willen nicht mehr was.


Samstag, 09.10.2010, 09:33

Ich war die letzten zwei Wochen in Nepal in der Everest Region wandern. Es war wunderschoen.


Sorry fuer die lange Abwesenheit, ich hoffe, dass mir die Arbeit Ende Oktober wieder Zeit zum Schreiben laesst ...

Hier noch ein Bild, aufgenommen von einem Kloster hoch in den Bergen:



Montag, 10.05.2010, 16:09

Vorletztes Wochenende hat die Expo 2010 in Shanghai ihre Tore geöffnet. Die Stadtregierung hat daraufhin allen Bewohnern Shanghais kurzfristig zwei zusätzliche Urlaubstage gewährt. Der Hintergedanke war, noch mehr Menschen am Eröffnungswochenende zur Expo zu locken. Unter den in der Stadt lebenden Expats führten die unerwarteten freien Tage allerdings zu einer wahren Fluchtbewegung. In Kombination mit dem 1. Mai hatten wir plötzlich fünf Tage am Stück frei und niemand dachte im Traum daran diese freien Tage zusammen mit fast einer Million Menschen auf dem Expo-Gelände zu verbringen.
C. und ich beschlossen nach Kunming (Provinz Yunnan im Süden Chinas, grenzt an Laos) zu fliegen und uns dort in einem kleinen Spa Hotel verwöhnen zu lassen. Die Anreise gestaltete sich schon recht schwierig, da wir ausgerechnet am Eröffnungstag der Expo unseren Flug gebucht hatten. Ich bin leider manchmal ein wenig pessimistisch und so auch an diesem Tag. Ab dem Zeitpunkt, in dem wir in das Taxi zum Flughafen gestiegen waren, fürchtete ich mich davor aus irgendeinem mit der Expo zusammenhängenden Ereignis (Straßensperren wg hochrangiger Expo-Gäste, Personen- und/oder Fahrzeugkontrollen um potentielle Terroristen ausfindig zu machen, Einsturz einer neugebauten Straße, Wassereinbruch in einem der neuen Tunnel, Taifun, Erdbeben etc) den Flug nach Kunming zu verpassen. Nachdem wir auf dem Weg zum Flughafen allerdings nur für ungefähr 10 Minuten in einen Mini-Stau geraten waren, war für mein Empfinden die ganze Sache ein wenig zu reibungslos über die Bühne gegangen. Und ich sollte Recht behalten …

Die erste böse Überraschung passierte schließlich beim Check-In nach Kunming. Unser Flug nach Kunming um 17.30 Uhr war (wahrscheinlich als Folge der Expat-Fluchtbewegung) überbucht. Wir wurden freundlich darauf hingewiesen, dass wir den nächsten Flug um 20.00 Uhr nehmen müssten. C. protestierte und ich täuschte einen Weinkrampf vor (nachdem ich herausgefunden habe, dass das bei bockigen Taxifahrern erstaunlich gute Ergebnisse erzielt, setze ich diese neue Waffe öfters ein). Wir mussten schlussendlich trotzdem den späteren Flug nehmen, bekamen allerdings eine Entschädigung von EUR 40 pro Kopf (lächerlich), ein Upgrade in die Business Class für den Ersatzflug und Karten für die neue Business Class Lounge (schon besser). Als wir um 20.00 Uhr in unsere gemütlichen Business Class Sitze sanken und mit zwei Gläsern Sekt auf eine gelungene Flucht vor dem Expo-Wochenende anstießen, passierte die zweite böse Überraschung. Die Stewardess näherte sich mit einem anderen Fahrgast (der kurzfristig als Übersetzer einspringen musste) und ließ uns mitteilen, dass sich der Flug um eineinhalb Stunden verspäten würde, da für die Dauer der Expo-Eröffnungsfeier (genau – die begann ja um 20.00 Uhr!) der Luftraum über Shanghai gesperrt wäre. C. und ich bestellten uns daraufhin eine Flasche Wein. Wir kamen schließlich um 01.15 Uhr in Kunming an.

Die Tage in Kunming waren sehr erholsam und schön. Unser Hotel, das über ein Spa mit heißen Quellen verfügte, lag direkt an einem See mit einer malerischen Terrassenlandschaft auf der anderen Seite des Ufers. Als wir am ersten Tag unseres Urlaubs auf dem Hotelgelände spazieren gingen, meinte C. plötzlich, dass ihm der See irgendwie eigenartig vorkäme. Und er hatte Recht – es war totenstill, kein einziges Boot war zu sehen, keine Fischernetze, kein Steg oder Badeabschnitt. Wir spazierten ein wenig weiter und als wir um die Ecke des Hotels bogen, bot sich uns folgendes Panorama:


Daraufhin beschloss ich kurzfristig, nicht in den heißen Quellen des Hotels zu baden, sondern lieber das umfangreiche Massageangebot zu nutzen. Am Abend machten wir eine Internetrecherche über den See vor unserem Hotel. Wir fanden heraus, dass der See (offiziell seit 2008) hochgradig mit Arsen vergiftet war. Diverse Industrieanlagen in unmittelbarer Nähe des Sees hätten jahrelang ihre giftigen Abwässer ungefiltert hineingeleitet.

In diesem Sinne: For your life is safe - no swimming!


Sonntag, 11.04.2010, 17:56

Ich bin gestern von meinem Familienurlaub zurückgekommen. Meine Eltern und Geschwister, inklusive des Freundes meiner Schwester, haben beschlossen das Land in dem ich lebe, näher kennen zu lernen. Die Reise begann mit einem ausgiebigen Kultur- und Sightseeing-Programm in Beijing. Von der großen Mauer, über die verbotene Stadt bis zum Sommerpalast des Kaisers wurden alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt abgegrast.


Es ging anschließend weiter nach Chongqing, der größten Stadt Chinas. Chongqing hat eine Einwohnerzahl von 32 Millionen Menschen und erstreckt sich auf einem Gebiet, das so groß ist wie Österreich. Chongqing liegt am Yangtse Fluss. Der Yangtse ist der größte Fluss Chinas und der drittgrößte der Welt. Dort gingen wir an Bord eines Schiffes und starteten unsere Flussfahrt.
Nun folgte der landschaftlich interessanteste Teil der Reise. Wir fuhren den Yangtse entlang bis zum Drei-Schluchten-Damm. Der Drei-Schluchten-Damm ist eine Talsperre mit einem Wasserkraftwerk, einer Schiffshebeanlage und einer Schleusenanlage. Er liegt im Ort Sandouping in der Provinz Hubei. Das Wasserkraftwerk ist das größte der Welt. Der durch die Staumauer entstandene Stausee erstreckt sich durch die berühmten Drei Schluchten über mehr als 600 km bis nach Chongqing.
In Yichang, einer Stadt die ca 40 km von dem Drei-Schluchten-Damm entfernt ist, verließen wir das Schiff. Noch am selben Tag flogen wir weiter nach Shanghai. Nun kam der Spaß- und Unterhaltungsteil der Reise. Ich schleppte meine Familie durch das Shanghaier Nachtleben. Wir feierten das ganze Wochenende durch – den Freitagabend verbrachten wir in einer Bar im 95. Stock des Shanghai World Financial Centers das mit 492 m Höhe das derzeit höchste Gebäude Chinas ist. Eine unglaublich gute Live Band, deren Leadsängerin ein (wahrscheinlich) thailändischer Ladyboy war, spielte aktuelle Hits. Den Samstagabend verbrachten wir in dem angesagtesten Private Member Club der Stadt, der zwar „nur“ im 23. Stock eines Wolkenkratzers untergebracht ist, dafür aber einen 360° Panorama Blick auf die Skyline von Pudong bietet. Von besagter Skyline und den Wolkenkratzern der Stadt besonders begeistert und machte sich mein Vater eines Abends alleine auf den Weg, um ein paar gute Fotos zu schießen. Prompt geriet er an einen betrügerischen Taxifahrer, der mit ihm ein paar Runden durch die Stadt fuhr und umgerechnet EUR 5 für eine Strecke verlangte, für die ich normalerweise nicht einmal EUR 2 bezahle. That’s China.

Nach diesem reinen Partywochenende machte sich meine Familie fix und fertig und vollkommen übernächtigt auf nach Guilin (Guangxi). Diesen Teil der Reise sparte ich aus, da ich zwischendurch im Büro nach dem Rechten sehen wollte. Wir trafen uns schließlich wieder in Sanya, auf der südchinesischen Insel Hainan. Wir genossen drei Tage Sonne, Strand und absolute Entspannung in einem der schönsten Hotels der Insel. Ich verbrachte sehr lustige Abende mit meiner Familie.

Nun bin ich wieder in Shanghai. Draußen schüttet es (wieder einmal) und ich denke mir, dass es gut wird, irgendwann wieder nachhause zu kommen. Durch den hektischen und stressigen Alltag fällt es leicht Heimweh zu verdrängen. In den letzten zwei Wochen sind mir wieder all die Gründe bewusst geworden, warum ich nur für einen absehbaren Zeitraum hier bleiben möchte:

Unangefochtene Nr 1: die Familie. Ich vermisse euch.

Nr 2: Die Freunde. Ich habe zwar einen großen Freundeskreis in Shanghai und bin auch mit einigen davon sehr eng zusammengewachsen. Meine Busenfreundinnen daheim fehlen mir trotzdem.

Nr 3: die Natur – in Shanghai lebt man einfach in einer Betonwüste zusammen mit 17 Millionen anderer Menschen. Man muss sich eine Stunde in den Zug setzen, um sich dann so etwas Ähnliches wie freie Natur mit 7 Millionen Menschen zu teilen.

Nr 4: die Unkompliziertheit des Alltags. In Shanghai ist jeder Supermarktbesuch, jeder Gang zum Arzt ein Halbtagesereignis mit Hürden, die man sich in Österreich nicht vorstellen kann.

Nr 5: der kulturelle Unterschied. So gerne ich meine chinesischen Kollegen habe – ich bin einfach anders und sehe mich oft mit Situationen konfrontiert, die ich nur schwer verstehen kann und deren Bewältigung mich sehr viel Energie und Nerven kostet.

Nr 6: die Arbeit. Aufgrund der sprachlichen Barriere habe ich in China nur beschränkte Möglichkeiten.

Ich genieße die Zeit hier, es war definitiv eine der besten Entscheidungen meines Lebens, nach Shanghai zu gehen. Meine Zeit in China ist allerdings beschränkt und ich freue mich schon darauf, irgendwann wieder nachhause zu kommen.


Sonntag, 21.03.2010, 04:52

Am nächsten Tag war es dann endlich soweit …

Früh am Morgen brachen wir auf, um uns Angkor Wat anzuschauen. Ich war BEGEISTERT, dass ich endlich wieder einmal um 6.00 in der Früh aufstehen durfte. Aber es hat sich definitiv ausgezahlt.

Wir waren nicht die einzigen. Auch ein paar andere Touristen hatten beschlossen, früh aufzustehen. Aber nur ein paar.


Angkor Wat ist der größte Tempel der Tempelanlage Angkor. Angkor Wat wurde in einem Zeitraum von 37 Jahren unter Suryavarman II. (regierte 1113 - ca. 1150) gebaut. Dieser Tempel wurde der hinduistischen Gottheit Vishnu geweiht.

Der zweite Teil unserer Reise führte uns in die Hauptstadt Phnom Penh. Um diese zu erreichen, mussten wir wiedereinmal einen aufregenden Inlandsflug in einem asiatischen Entwicklungsland absolvieren. Nach dem letzten derartigen Erlebnis in Nepal (Inlandsflug von Pokhara nach Kathmandu mit der lokalen „Yeti Airline“ – lt unserem nepalesischen Guide war dieses Jahr noch kein Flugzeug davon abgestürzt und im vergangenen Jahr hatte immerhin der Pilot den Absturz überlebt) konnte mich allerdings der Flug mit der Angkor Airline auch nicht weiter schockieren.

In Phnom Penh angekommen besuchten wir die „killing fields“ eine Gedenkstaette an das verheerende Regime der Roten Khmer in der 1970er Jahren. Die Roten Khmer karrten ihre Gefangenen, die vermeidliche Regimegegner waren, in LKWs zu diesen Feldern vor den Toren der Stadt, um sie dort zu exekutieren und in Massengräbern zu verscharren. Intention der Roten Khmer war, Kambodscha mit Gewalt in eine Art Agrarkommunismus zu überführen und alles Intellektuelle auszurotten. Das Land wurde in ein gigantisches Arbeits- und Gefangenenlager umgewandelt. Dieser Prozess umfasste auch die fast vollständige Vertreibung der Bevölkerung von Phnom Penh und anderer Provinzhauptstädte und mündete in einen mit großer Grausamkeit ausgeführten Massenmord am eigenen Volk. Bis zum Ende ihrer Herrschaft 1978 fielen den Roten Khmer ca. 2 Millionen Kambodschaner durch Exekutionen, Nahrungsmangel und Zwangsarbeit zum Opfer. Die Roten Khmer wurden schließlich durch vietnamesische Invasionstruppen im Jahr 1979 vertrieben und operierten ab diesem Zeitpunkt als Untergrundbewegung. Sie wurden dabei zeitweise von verschiedenen, auch westlichen Ländern unterstützt. Seit 2007 wird den noch lebenden Mitgliedern der ehemaligen Führung der Roten Khmer der Prozess gemacht. Dem Anführer Pol Pot kann leider kein Prozess mehr gemacht werden, da er vor einigen Jahren verstorben ist, ohne sich je für seine Verbrechen verantworten zu müssen.
Die killing fields wurden als Gedenkstätte der Opfer der Roten Khmer hergerichtet.

Mit unserem Aufenthalt in Phnom Penh und dem Asien Blog-Treffen mit Peer ging unsere Reise in Kambodscha zu Ende. Ausgeruht und um viele interessante Erfahrungen reicher kehrten wir zurück nach Shanghai.


Montag, 08.03.2010, 14:49

In der Chinese New Year Woche flüchteten mein Freund und ich dieses Jahr nach Kambodscha. Warum sind wir geflüchtet?

Während der Woche von Chinese New Year wird in ganz China vom Staat freigegeben. Da wirklich jeder Chinese diese Woche traditionell dafür nützt, um seine Familie zu besuchen und dafür in sein Heimatdorf zurückkehrt, ist mehr oder weniger das ganze Land auf den Beinen. Das führt zu einer Verknappung und völligen Überteuerung von Zug- und Inlandsflugtickets. Wenn man daher als Nicht-Chinese diese staatlich freigegebene Woche für einen Urlaub nutzen möchte, ist es allein schon aus diesem Grund ratsam, das Land zu verlassen und nicht innerhalb von China auf Urlaub zu fahren. Ein zweiter Grund für die Flucht aus China ist, dass die Chinesen anscheinend in dieser freien Woche nichts Besseres zu tun haben, als ihr Jahresgehalt in Feuerwerkskörper aller Art zu investieren und diese ein Woche lang rund um die Uhr abzuschießen. Eine Woche lang hat man also eine Geräuschkulisse wie im Krieg. Wer bei übermäßigem Lärm nicht schlafen kann, ist quasi gezwungen das Land verlassen.

Wir haben eine Reise nach Kambodscha gebucht. Drei Tage in Siem Reap und zwei Tage in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Also flogen wir am Montag mit einem Charter-Flug nach Siem Reap. Der Flug war eher anstrengend. Außer uns beiden und zwei amerikanischen Ehepaaren saßen ausschließlich chinesische Reisegruppen im Flugzeug, die zu Beginn des Fluges einen Höllenlärm machten. Das wurde dann aber schnell besser, da nach zwanzig Minuten fast alle Passagiere in den hier so typischen asiatischen Tiefschlaf fielen. Bald war das Flugzeug von gleichmäßigem Schnarchen erfüllt. So fiel auch fast niemandem auf, dass ich mich durch meine Nasennebenhöhlenentzündung bedingt im Zwei-Minuten-Takt schnäuzen musste (klingt ja ähnlich wie Schnarchen).

In Siem Reap angekommen fuhren wir zu unserem Hotel. Wir waren begeistert – das Hotel war wunderschön, hatte einen riesigen, sehr sauberen Pool, ein unglaublich leckeres Frühstück (inklusive Champagner, aber nicht für mich, da sich das nicht gut mit meinen Nasennebenhöhlenantibiotika vertragen hätte) und ein Spa mit kambodschanischen Massagen, die wir ausgiebig genossen. An unserem ersten Tag fuhren wir zu dem Ton Le Sap, der lt Auskunft unseres Guides der zweitgrößte Süßwassersee der Erde ist. Mich hat er verdächtig an den Neusiedlersee erinnert, was Farbe des Wassers und Geruch betraf.


Die Hütten, die hier etwas erhöht zu sehen sind, stehen in der Regenzeit direkt am Wasser. Als wir uns in Kambodscha aufhielten, war gerade Trockenzeit.
Auf dem See leben Menschen in sogenannten Floating Villages, dh die Häuser dieser Dörfer schwimmen auf dem Wasser.


Das einzige Verkehrsmittel der Menschen ist das Boot.
Eine schwimmende Kirche ...
Die Sonne brannte auf unsere Köpfe – für mich kein Problem mit meiner schönen Kappe (die ich an meinem letzten Tag einem süßen Bettlermädchen schenkte) und nach mehrmaligem Eincremen mit Schutzfaktor 50. Ich war nach dem Urlaub noch genauso weiß aus wie davor!

Wir besichtigten auch eine schwimmende Krokodilfarm und aßen gesalzene Shrimps, die uns dort angeboten wurden (kein Problem mit genügend Medikamenten gegen Magen-Darmverstimmungen im Gepäck).


Egal wo wir waren, die obligatorische chinesische Reisegruppe war natürlich auch dabei. Wir fühlten uns gleich wieder wie daheim.
Kurz habe ich mir überlegt, meinen Brüdern je eine Flasche kambodschanischen Schnaps mit einer eingelegten Schlange und einem Skorpion mitzubringen.
Am nächsten Tag besuchte mein Freund Angkor Thom. Ich lag zu dem Zeitpunkt friedlich schlafend im Bett, um meine Nebenhöhlenentzündung auszukurieren. Angkor Thom ist eine Tempelanlage in der Nähe von Angkor Wat. Der Eingang von Angkor Thom wird von seinem Erbauer, einem kambodschanischen König, bewacht.
Das nächste Bild zeigt den Erbauer im Profil.
Zu Abend aßen wir Amok. Ja, es heißt wirklich Amok und ist ein traditionelles kambodschanisches Gericht. Man kocht Fisch oder Fleisch in einer Sauce aus Kokosmilch und der traditionelle Gewürzmischung für Amok. Natürlich mussten wir dieses Gericht alleine schon wegen des Namens kosten. Amok war ausgesprochen lecker. Sofort nach dem Abendessen besorgte ich die Amok Gewürzmischung in einem kleinen Straßenstand, um sie meiner Mutter zum Geburtstag zu schenken. Leider hatte die chinesische Post später in Shanghai schwere Bedenken eine Gewürzmischung nach Europa zu versenden. Es könnten ja auch Drogen sein, wurde mir erklärt. Es half auch nicht, dass ich mich bereit erklärte, den Gegenbeweis anzutreten und von dem Gewürz zu kosten.

Tut mir leid, Mama, du bekommst alle Gewürze, wenn du auf Besuch kommst.

Fortsetzung folgt ...


Samstag, 16.01.2010, 04:05
Ich war über Weihnachten in meiner schönen Heimat und ließ es mir natürlich nicht nehmen, an einem Abend mit meinen Geschwistern (zumindest den Volljährigen) und Freunden eine wilde Partynacht in unserer Landeshauptstadt zu feiern. Bevor es in einen Club ging, wollten wir in einem anderen Lokal noch gemütlich vorglühen. Nach einigem Hin- und Her überzeugte ich die anderen, anstelle einer absoluten In-Cocktailbar, in eines der traditionellen Kaffeehäuser der Stadt zu gehen. Da ich solange weg war, hatte ich einfach Lust auf eine richtige Wiener Kaffehaus-Atmosphäre.
Die bekam ich dann auch zu spüren.
Als ich am Nachmittag bei besagtem Kaffeehaus anrief, um für 21.00 Uhr einen Tisch für 10 Personen zu reservieren, wurde mir knapp und nicht besonders freundlich mitgeteilt: „Reservieren können´S bei uns ned, mir san a Kaffeehaus. Da wird scho was frei sein.“ Ich fragte freundlich nach, ob denn auch für 10 Leute ein Tisch frei sein würde. Die Antwort war: „Freilich wird was frei sein, vor allem um die Uhrzeit.“
Also bestellte ich alle um 21.00 Uhr in das besagte Kaffeehaus. Ich war um eine Viertelstunde zu spät und hatte bereits das erste Drama um unseren Tisch verpasst. Einer meiner Freunde, nennen wir ihn B., war natürlich pünktlich und ging davon aus, dass ich reserviert hätte. Er fragte den diensthabenden Ober nach einer Reservierung auf meinen Namen. Der Ober schaute lange in seine Reservierungsliste, schüttelte verneinend den Kopf und meinte, dass man für 10 Leute gar nicht reservieren könnte. B. fragte höflich, ob denn ein Tisch für 10 Leute frei wäre. Der Ober fand das schon ziemlich unverschämt, da B. ja ganz offensichtlich alleine und nicht zu zehnt war. Nach viel Überzeugungsarbeit seitens B., gab der Ober widerwillig zwei kleine Tische für vier Personen frei. Da bis zu dem Eintreffen meiner übrigen Freunde die Tische rechts und links von B. frei wurden, begann B. nach und nach auch diese Tische für uns zu „reservieren“, die dann auch Minuten später von unserer Gruppe besetzt wurden. Auch das erregte den Ärger des Personals. Kaum hatte ich mich hingesetzt hörte ich einen der Kellner seinem Kollegen grantig zuzurufen, dass „die do hinten“ (damit meinte er unsere Gruppe) unverschämterweise so viele Tische besetzten, obwohl wir nicht einmal reserviert hatten. Ich dachte, mich verhört zu haben. Wir konsumierten genug Getränke (alkoholische!), die meisten von uns hatten sogar etwas zu Essen bestellt und die Reservierung hatte wegen der Unfähigkeit des Personals nicht funktioniert. Ich rief den besonders laut raunzenden Kellner zum Tisch. Sehr höflich informierte ich ihn darüber, dass ich sehr wohl versucht hatte, einen Tisch zu reservieren, mir aber am Telefon erklärt worden war, dass dies nicht möglich wäre. Die Antwort: „Jo geht eh ned.“ Da war ich sprachlos und meine Bekannten brachen in unbändiges Gelächter aus. Beim nächsten Mal überspannte der Kellner den Bogen allerdings wirklich. Er kam an unseren Tisch und forderte meinen Bekannten F. auf, sich zu B. auf die Bank zu setzen da F.s Stuhl für andere Gäste benötigt würde. Als er dann noch nachschob, dass wir ja nicht einmal reserviert hätten und trotzdem so viele Tische und Stühle in Anspruch nehmen würden, platzte meiner Freundin I. der Kragen. So laut, dass es auch die anderen Gäste im Lokal hören konnten fuhr sie den Kellner an:„ Sollen wir uns jetzt vielleicht auch noch bedanken, dass wir in diesem Lokal konsumieren dürfen und Sie uns nicht gleich rausschmeißen? Unglaublich, wie Sie mit ihrer Kundschaft umgehen.“ Das wirkte. Die Raunzerei hörte auf. Außerdem bekamen wir einen weiteren Tisch - ein deutsches Touristenpaar am Nebentisch stand auf und meinte sichtlich schockiert, dass es noch nie erlebt hätte, dass Gäste so unverschämt behandelt würden und wir gerne ihren Tisch haben könnten. Wir hatten trotzdem einen sehr lustigen Abend. Es wurde aber einstimmig beschlossen, dass wir dieses Kaffeehaus nie wieder besuchen würden.
Das war für mich ein echter Kulturschock. Ich sehnte mich zurück nach meinen lieben, kleinen, immer-lächelnden asiatischen Kellnerinnen nund Kellnern. Auch wenn es oft mit der Kommunikation nicht klappt und in aller Regel mindestens ein Gericht/Getränk kommt, das nicht bestellt wurde (aber dafür innerhalb von max. 10 Minuten nach der Bestellung) – sie versuchen zumindest einem jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Und wenn sie über ihre Gäste lästern, dann verstehen wir es zum Glück nicht.

Bild: www.sehr.org


Montag, 04.01.2010, 02:51

Nach einer wunderschoenen Zeit daheim bin ich gestern Abend wieder in Shanghai angekommen. Wir haben (um Kosten zu sparen) einen Flug mit Qatar Airlines mit einem Zwischenstop in Doha (Qatar) genommen.... Genau, ich hab mir auch gedacht – wo zur Hoelle ist das? Meine erste Idee war: irgendsoein winziges Emirat. Und damit lag ich gar nicht so falsch.

Wenn es um Geographie geht, habe ich unglaubliche Komplexe gegenueber meinem wesentlich weitergereisten Freund. Als wir daher unseren Rueckflug genauer betrachteten, meinte ich nur lapidar:“Ah ja, wir machen einen Zwischenstop in Doha in Qatar.“ Nur nicht zugeben, dass ich bis zur Buchung des Fluges kaum eine Ahnung von der Existenz dieses Landes gehabt hatte. Als wir schliesslich nach ca. 6 Stunden Flug in Qatar ankamen meinte allerdings mein Freund, dass er eigentlich gar nichts ueber dieses Land wuesste.

Wir hatten am Flughafen eineinhalb Stunden Aufenthalt und ich nutzte die Zeit um zum letzten Mal fuer ein paar Monate steuerfrei ungiftige, da importierte, Kosmektika einzukaufen. In China versuchen wir es tunlichst zu vermeiden, Kosmektika einzukaufen. Neben dem Whitener bergen die chinesischen Produkte weitere bekannte und unbekannte Risiken, da sie, selbst wenn es sich um internationale Marken handelt, in China hergestellt werden. Und dass die Qualitaetskontrollen nicht unbedingt die zuverlaessigsten sind und immer wieder interessante Substanzen beigemischt werden (Stichwort: es wurde wieder Melamin gefunden), ist jedem bekannt. Zu Beginn meiner Zeit in Shanghai kaufte ich mir in der Fililale einer international bekannten Supermarktkette eine Zahnpasta einer international bekannten Marke. Nach ein paar Tagen bekam ich wunde Stellen im Mund. Ich schob das auf die geaenderten Lebensumstaende, das Essen etc und machte mir nicht allzuviel Gedanken darueber. Bis zu dem Morgen, an dem ich mir die Zaehne putzte und mir buchstaeblich das Blut aus dem Mund tropfte. Nein, die ausgespuckte Zahnpaste war nicht zartrosa verfaerbt, sie war dunkelrot. Nach ein paar Erkundigungen in meinem Bekanntenkreis wurde ich sofort darueber aufgeklaert, dass man auf gar keinen Fall in China hergestellte Zahnpasta kaufen sollte. Und ein paar weitere schaurige Erlebnisberichte folgten.

Zurueck nach Doha. Wir flogen schliesslich weiter und kamen nach sieben Stunden in Shanghai an. Der Flug war eher unerholsam, was an dem kleinen, chinesischen Kaiser lag, der in der Sitzreihe vor uns sass. Der Kaiser genoss es nicht, sieben Stunden lang auf einem Sitz in der Economy Class zu sitzen und sich von dort nicht wegbewegen zu koennen. Seinen Unmut tat der Kaiser durch lautes Geschrei kund. Die Untertanen des Kaisers (auch Eltern genannt) konnten nichts tun, um sein Wohlbefinden waehrend des siebenstuendigen Fluges soweit wieder herzustellen, dass der Kaiser auf das Schreien verzichtete. Somit mussten auch alle anderen Fluggaeste wach bleiben und sich die Empoerung des kleinen Kaisers ueber seinen unertraeglichen Zustand anhoeren. Angesichts der Tatsache, dass den kleinen Kaisern in China auch sonst von ihren Untertanen alles geboten wird, ist es wirklich unverstaendlich, wieso man ihm zumtete, in der Economy Class zu fliegen. Seine Empoerung war somit absolut berechtigt. Bemerkung am Rande: ich rede nicht von einem bemitleidenswerten Baby, das durch den Flug so verstoert war und womoeglich auch noch Ohrenschmerzen hatte und sich nicht anders artikulieren konnte als durch Schreien. Nein, bei dem Kaiser handelte es sich um ein mindestens vierjaehriges Kind.


Fuer alle, die sich detailiert ueber das Kleine-Kaiser-Syndrom chinesischer Kinder, ausgeloest durch die Ein-Kind-Politik, informieren wollen, empfehle ich folgenden link:

http://en.wikipedia.org/wiki/Little_Emperor_Syndrome

So eine schlaflose Nacht hat auch etwas Gutes: Der Jetlag wird dadurch leichter ueberwunden, weil man einfach so ein Schlafdefizit hat, dass man unabhaengig von der inneren Uhr (die auf mitteleuropaeische Zeit eingestellt ist) zu jeder Tageszeit einschlafen und vor allem durchschlafen kann.

Wir kamen an und merkte schnell, dass wir wieder in good old Shanghai waren. Kurz nach dem Ausstieg rotzte einer der Fluggaeste geraeuschevoll in einen Mistkuebel am Flughafen. Der Taxifahrer auf dem Weg nachhause fuhr ein wenig im Kreis und holte so ein paar RMB mehr aus der Fahrt heraus. In unserer Wohnung angekommen, bemerkten wir, dass die neue Waschmaschine (die wir vor dem Urlaub angefordert hatten) zwar installiert und in unserer Toilette eingebaut war, dafuer hatte man uns aber das Waschbecken entfernt. Naja, wer braucht schon ein Waschbecken auf der Toilette? Haende waschen nach dem Klo machen in China doch nur Weicheier. Ausserdem hatte unser liebes Gebauede-Management anscheinend unmittelbar nach unserer Abreise die Klimaanlagengeraete, die unsere Wohnung mehr schlecht als recht beheizen, abgedreht. Da somit fast drei Wochen lang nicht geheizt wurde, hatte es ca. 10 Grad in der Wohnung als wir ankamen. Kein Problem, wir begannen einfach kuebelweise heissen Tee zu trinken, bestellten uns ein extrem scharfes thailaendisches Abendessen und kuschelten uns schliesslich mit dicken Socken, zwei Jogginghosen, Unterhemd, zwei Pullovern und einem Schal bekleidet ins Bett.

Ich wuensch euch allen ein frohes neues Jahr!!

Bilder:
http://peterjcooper.files.wordpress.com/2009/04/pearl-qatar.jpg
http://www.denniscox.com/BJLittleEmperorLLQ.jpg