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Mittwoch, 19.01.2011, 03:34

Bin ich bereits zu lange in China, dass ich es eigentlich ganz normal finde, dass man auf einer Firmenfeier eine Art Sackhuepfen veranstaltet, wobei man einen Stoffhasen in den Haenden halten, einen rosa Luftballon zwischen den Beinen einklemmen und Hasenohren aufsetzen muss?

Wird soetwas auch auf oesterreichischen Firmenfeiern gemacht? Ich weiss es wirklich nicht mehr ...


Dienstag, 01.12.2009, 09:35

Ich moechte heute etwas zum Thema „Ruecksichtnahme auf Mitmenschen in China“ schreiben. Primaer deswegen, weil es so etwas wie Ruecksichtnahme auf Mitmenschen in China nicht gibt.


Beispiel Nr. 1:

Meine hochschwangere Freundin A. und ich befanden uns im Supermarkt und versuchten vollkommen entnervt, ein bestimmtes Produkt zu finden. Wir waren an diesem Tag besonders entnervt, weil die Supermarkt-Leitung beschlossen hatte, den gesamten Supermarkt umzustellen. Das bedeutete, dass nicht nur die Produkte an voellig verschiedenen Orten zu finden waren als zuvor – nein, es wurden auch die Regale, die vorher vertikal zu den Kassen standen, um 90 Grad gedreht, sodass sie nun horizontal zu den Kassen standen. Somit hatten sich alle Gaenge und Wege im Supermarkt grundlegend veraendert. Es ist mir ein absolutes Raetsel, wie jemand so eine Wahnsinnstat in China begehen kann. Die meisten Chinesen sind Gewohnheitsmenschen und fuehlen sich in ihren bewaehrten Systemen am wohlsten. Ich habe bereits darueber geschrieben, was es allein schon fuer Auswirkungen haben kann, wenn sich jemand nur ein klein wenig systemwidrig verhaelt. In dem Supermarkt wurde das gesamte System veraendert. Die Folgen waren verheerend: Die Menschen rannten schreiend, kopflos und mit dieser Situation voellig ueberfordert mit ihren Einkaufswagerln durch den Supermarkt. Es gab keine Chance in diesem Wahnsinn irgendetwas erfolgreich zu finden. Nachdem mir mehrmals jemand mit dem Einkaufswagerl ueber die Zehen gefahren war und schliesslich meiner hochschwangeren Freundin ein Einkaufswagerl ins Kreuz gerammt wurde, reichte es uns und wir ergriffen die Flucht.

Was habe ich daraus gelernt?

Dieser Supermarkt hat uns so schnell nicht wieder als Kunden gesehen. Wir beschlossen, erst wieder zu kommen, sobald sich die Situation stabilisiert haette und das Einkaufen keine Gefahr mehr fuer die eigene koerperliche Unversehrtheit darstellen wuerde.

Beispiel Nr. 2:

Die U-Bahn in Shanghai ist regelmaessig der Schauplatz der besten Beispiele fuer die nichtvorhandene Ruecksichtnahme auf Mitmenschen in China. Eines Tages marschierte ich wie so oft Richtung U-Bahn Station, um in die Arbeit zu fahren.

Ich muss dazu sagen, dass ich das grosse Glueck habe, nur einen kurzen Arbeitsweg zu haben. Ausserdem kann ich azyklisch in die Arbeit fahren, da ich mitten im Financial District wohne und dort auch arbeite und somit nicht wie 90% der Pendler jeden Tag den Fluss ueberqueren muss. Das bedeutet zwar, dass ich in meinem U-Bahn Abteil relativ grosse Bewegungsfreiheit habe und nicht Wange an Wange (keine Uebertreibung) mit den anderen Leuten eingepfercht bin, dafuer ist aber der Weg hinein in die U-Bahnstation regelmaessig ein ziemlicher Krampf. Man bedenke: Ich moechte dort zu einem Zeitpunkt hinein, zu dem aber mehrere Tausend hinaus wollen.

Ich naeherte mich dem Eingang zur U-Bahn aus dem sich die Massen ergossen. Irgendwie wurschtelte ich mich durch und versuchte die Treppe hinunterzugehen, indem ich mich neben den die Treppe hinaufeilenden Menschen an der Wand entlang schob und dabei das Treppengelaender nicht losliess. Geschafft, die Treppe war ueberwunden. Nun kam der einfachere Teil, ich musste ein Ticket kaufen. Vor dem Ticket-Automaten stand eine Frau, die gerade ihr Ticket entnahm und sich umdrehte und ... schnurgerade mit vollkommen ausdruckslosem Gesicht direkt in mich hineinrannte. Ich war ein wenig perplex sodass ich nicht auswich, sondern lediglich zwei Schritte zurueckging. Man glaubt es nicht, aber die Frau ging unbeirrt weiter und rannte somit ein zweites Mal in mich hinein. Nun ueberlegte ich mir ernsthaft (und nicht zum ersten Mal seit ich in China lebe), ob es sich hierbei wirklich um einen Menschen handelte oder nicht doch um einen Androiden, bei dem der Ausweichmechanismus nicht mehr funktionierte (wie der kleine Staubsauger meiner Mutter, der automatisch durch alle Zimmer faehrt und manchmal in einer Ecke festhaengt und nicht mehr rauskommt, weil seine Ausweichfunktion versagt)? Nach dem zweiten Rempler, bewegte ich mich keinen Milimeter mehr von der Stelle – natuerlich nicht aus Sturheit, sondern weil mich die Reaktion der Androidin ernsthaft interessierte. Die Androidin versuchte ein drittes Mal mich aus ihrer Bann zu draengen, schaffte es nicht, zoegerte, wich einen Schritt zurueck und ging schliesslich seitlich an mir vorbei. Ich war stolz, ich hatte es anscheinend geschafft, ihren Fehler zu beheben.

Aus der U-Bahn auszusteigen ist auch ein Erlebnis. Irgendwie hat es sich in Shanghai noch nicht herumgesprochen, dass der Aus-und-Einsteigeprozess in der U-Bahn schneller und unfallfreier abgewickelt werden koennte, wenn sich alle an eine einzige simple Regel halten wuerden: Bevor man einsteigt, laesst man zuerst die anderen Leute aussteigen. Die Realitaet schaut leider so aus, dass sich zwei Fronten gegenueberstehen, wenn die U-Bahn in die Station einfaehrt. Sobald die Tueren aufgehen, prallen beide Fronten aufeinander. Jeder versucht irgendwie seinen direkten Gegenueber wegzuschieben, umzurennen oder sich an ihm vorbeizudraengen. Nach ca. einer Minute ertoent ein schriller Pfeifton und die Tueren schliessen sich, unabhaengig davon, ob jemand gerade ein oder aussteigt. Die Gefahr eingeklemmt zu werden ist sehr realistisch, da die Tueren nicht ueber ausreichende Sicherheitsvorkehrungen verfuegen. Das war zuerst nur ein boeser Verdacht von mir, der sich dann aber auch auf tragische Art und Weise bestaetigt wurde, als publik wurde, dass ein kleines Kind toedlich verunglueckt war, weil es in der U-Bahn Tuer eingeklemmt worden war.

Was habe ich hier gelernt?

Fahre nicht zu Stosszeiten U-Bahn, wenn es sich irgendwie vermeiden laesst. Wenn man U-Bahn faehrt, dann hilft es, wenn man die entgegenkommenden Menschen mit einem besonders boesen Blick fixiert. In aller Regel fuerchten sie sich dann, weichen aus und lassen einen aus der U-Bahn aussteigen.

Beispiel Nr. 3:

Es regnete in Stroemen und ich brauchte dringend ein Taxi. Ich stand auf der Strasse und hielt verzweifelt Ausschau nach dem Objekt meiner Begierde. Ungefaehr zwanzig Meter vor mir stand eine junge Frau, die ebenfalls auf ein Taxi zu warten schien. In der Ferne tauchte schliesslich eines auf und naeherte sich uns. Als ich das kleine gruene Licht sah, das im Taxi leuchtete und somit anzeigte, dass das Taxi frei war, konnte ich mein Glueck nicht fassen. Die Frau hatte es anscheinend auch bemerkt, da sie wie wild begann nach dem Taxi zu winken. Dieses verlangsamte sein Tempo und setzte den Blinker, um am Strassenrand zu halten. Ich schlich mich vorsichtig und leise hinter dem Ruecken der wartenden Frau vorbei und bewegte mich in Richtung des heranfahrenden Taxis. Als es schliesslich stehenblieb, draengte ich die Frau blitzschnell zur Seite und schnappte ihr das Taxi vor der Nase weg. Sie war von dieser Aktion weder ueberrascht, noch zeigte sie Empoerung. Sie blickte mir nichteinmal nach, als wir losfuhren, sondern hielt schon nach dem naechsten Taxi Ausschau.

Was habe ich hier gelernt?

Eigentlich nichts, in diesem Fall habe ich alles auf Anhieb richtig gemacht.


Donnerstag, 26.11.2009, 09:08
Die Mutter meiner Assistentin ist chronisch krank. Wir diskutieren seit Monaten darueber, was sie hat. Ich tippe auf chronische Gastritis. Laut den Erzaehlungen meiner Assistentin kann sie nur lauwarme, ungewuerzte, sehr leicht verdauliche Speisen zu sich nehmen. Meine Assistentin kuemmert sich ruehrend um ihre Mutter. Sie opfert ihren gesamten Urlaub, um mit ihrer Mutter zu Aerzten zu pilgern. Da ich auch schon reichlich Erfahrung mit den Aerzten in Shanghai und Peking gemacht habe (ungefaehr fuenf Magen-Darminfektionen und zwei grippale Infekte innerhalb eines Jahres), versuche ich meiner Assistentin regelmaessig Tips zu geben und ihr Aerzte zu empfehlen, bei denen ich war. Sie laechelt mich dann immer milde an und erklaert mir, dass sie sich diese Krankenhaeuser, in die ich gehen wuerde, doch nicht leisten koenne.

Randbemerkung: Es gibt in Shanghai keine niedergelassenen auslaendischen Aerzte. Die sind alle in den internationalen Krankenhaeusern angestellt. Daher muss ich fuer jeden Arzttermin ins Krankenhaus gehen.

Jedenfalls sind die internationalen Krankenhaeuser laut meiner Assistentin nur fuer Auslaender und superreiche Chinesen leistbar. Ihre Krankenversicherung (man bemerke: sie gehoert zu der gluecklichen Minderheit der Bevoelkerung, die eine Krankenversicherung hat) wuerde bei dem Besuch eines solchen Krankenhauses keinerlei Kosten uebernehmen. Deswegen muss sie in ein normales chinesisches Krankenhaus gehen. Es versteht sich von selbst, dass die guten Aerzte in diesen Krankenhaeusern vollkommen ueberlaufen sind. Meine Assistentin moechte mit ihrer Mutter einen Spezialisten fuer Magenkrankheiten aufsuchen, hat aber grosse Angst, keinen Termin zu bekommen. Dieser Arzt behandelt pro Tag nur 30 Patienten, Termine kann man im Vorraus nicht ausmachen, man muss vielmehr hingehen und eine Nummer ziehen. Und wenn die Nummer 30 gezogen ist, dann hat man Pech gehabt. Meine Assistentin plant, um vier in der Frueh mit ihrer Mutter das Haus zu verlassen, um auch ganz sicher eine Nummer zu bekommen. Als sie am naechsten Tag vollkommen geraedert ins Buero kommt, erfahre ich, dass sie die Nummer 23 bekommen hatte, aber 6 Stunden im Krankenhaus mit ihrer Mutter bis zur Behandlung warten musste. Die Behandlung selbst dauerte dann 10 Minuten, der Arzt hat der Mutter einfach ein anderes Medikament verschrieben ohne sie richtig zu untersuchen. Ich frage sie verwundert, ob das denn kein TCM Arzt gewesen waere. Meine Assistentin lacht und klaert mich darueber auf, dass TCM Behandlungen sich ueber Monate ziehen und bei wirklich ernsthaften Beschwerden nicht immer wirken wuerden. Sie und ihre Mutter haetten keine Zeit fuer solchen Hokuspokus, sie wuerden westliche Medikamente bevorzugen. Diese waeren wesentlich effizienter und wuerden schneller und sicherer wirken.

Ich bin sprachlos und denke an all die Leute daheim, die zu den TCM Aerzten pilgern, weil sie von der Medikamenten-Schluckerei unserer westlichen Gesellschaft wegkommen wollen. Und hier in China wendet man sich von diesen traditionellen Heilmethoden ab – weil zu muehsam, langwierig und Erfolge waeren auch nicht garantiert. Eine verkehrte Welt.

Zum Thema Schwangerschaft und Kinder:

Bei mir in der Abteilung sind im vergangenen Jahr ungefaehr zehn Kinder auf die Welt gekommen. Alle Muetter waren weit ueber 30. Das haengt damit zusammen, dass meine Kolleginnen alle extrem karriereorientiert sind. Sie leben nach dem Motto: „Get rich first, then have a family.“ Die Kinder sind natuerlich mehrheitlich Buben. Eine Kollegin erzaehlte mir im Vertrauen, dass viele chinesische Maenner unbedingt einen Sohn haben wollten, um die „Blutlinie“ fortzufuehren. Da hier immer noch die Einkind-Politik (es gibt mittlerweile Ausnahmen) herrscht und die Maenner bezueglich eines maennlichen Nachkommens oft einen enormen Druck auf ihre Frauen ausueben, werden die meisten weiblichen Embryos abgetrieben. Die Aerzte duerfen den werdenden Muettern das Geschlecht des Kindes eigentlich nicht sagen. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass das Kind ein Maedchen ist, wenn der Arzt sagt: „Das Kind kommt ganz nach der Mutter.“ Auch das wurde mir von einer Kollegin im Vertrauen erzaehlt. Meine Kolleginnen vermeiden mir gegenueber das Thema Abtreibung weitgehend, da sie wissen, dass in der westlichen Gesellschaft dieses Thema konfliktgeladen ist. Und Konflikte gilt es um jeden Preis zu vermeiden.

Wenn eine Frau in China schwanger wird, traegt sie in aller Regel ab dem Tag, an dem sie von der Schwangerschaft erfaehrt, einen haesslichen, schuerzenartigen Kittel. In diesen Kittel sind Draehte eingewoben, die das ungeborene Kind vor den gefaehrlichen Strahlen aus dem Computer schuetzen sollen. Von meine Kolleginnen trug allerdings keine diesen Kittel. Weil: Es waere nicht erwiesen, dass der Computer fuer das Kind schaedlich sei und selbst wenn das so waere, dann sei noch laengst nicht erwiesen, dass diese Kittel irgendeinen Schutz bieten wuerden. Viele schwangere chinesische Frauen (wiederum keine meiner Kolleginnen) beginnen in der Schwangerschaft im wahrsten Sinne des Wortes fuer zwei zu essen und werden ziemlich dick. Das fuehrt leider sehr oft dazu, dass sie Schwangerschaftsdiabetes bekommen. Aus Gruenden, die mir unverstaendlich sind, werden diese vielen Faelle von Schwangerschaftsdiabetes nicht mit dem uebermaessigen Essen der Muetter und daraus resultierender Gewichtszunahme waehrend der Schwangerschaft in Zusammenhang gebracht. So ist auch den meisten werdenden Muettern nicht klar, dass eine ausgewogene und gesunde Ernaehrung waehrend der Schwangerschaft viel besser waere als dieses hemmungslose Schlemmen.

Der Geburstermin bei den Chinesen ist uebrigens immer auf die Minute vorbestimmt. Es wird naemlich fast nur per Kaiserschnitt geboren. Ich weiss definitiv, dass ein wichtiger Grund dafuer der Aberglaube ist. Nicht vorzustellen, wenn ein Kind an irgendeinem Tag mit der Zahl 4 geboren wuerde. Zu der Zahl 4 haben die Chinesen ein eher gestoertes Verhaeltnis, weil sie im Chinesischen so aehnlich ausgesprochen wird wie das Wort „Tod“. Ueber weitere Gruende fuer die hohe Popularitaet der Kaiserschnittgeburt kann man nur spekulieren: Weil der muehsame Akt der Geburt mit einem Kaiserschnitt am schnellsten erledigt wird? Wozu eine muehsame Prozedur auf sich nehmen, wenn es auch einen schnellen und effizienten Weg gibt? Weil der Kaiserschnitt im Westen „in“? Es entbinden ja auch alle westlichen Hollywoodstars mit Kaiserschnitt, wie man der internationalen Presse entnehmen kann.

Das neugeborene Kind darf die ersten zwanzig Tage nach der Geburt die Wohnung nicht verlassen. Das gilt als besonders schaedlich. Und die Mutter darf sich einen Monat nach der Geburt nicht waschen ....


Mittwoch, 18.11.2009, 04:19
Wenn man als Nicht-Asiate in China lebt, muss man sich rechtzeitig darauf einstellen, dass man ausserhalb seines Apartments auf Schritt und Tritt beobachtet wird. Eine Ausnahme ist sicher Hong Kong – diese Stadt ist durch ihre britische Vergangenheit mit jeder anderen internationalen, westlichen Grosstadt vergleichbar. Dort faellt man als Nichtchinese wahrscheinlich weniger auf als Festlandchinesen. Ich habe mir auch sagen lassen, dass es in Grossstaedten wie Shanghai und Beijing noch relativ harmlos ist. Wirklich schlimm muss es in allen anderen Staedten Chinas und vor allem in den laendlichen Regionen sein. Aber selbst in Shanghai starrt mich auf der Strasse ungefaehr jeder Dritte unverhohlen an. Muetter zeigen mich ihren Kindern und ich hoere manchmal wie sie „Auslaender“ auf Chinesisch sagen (ich moechte hier betonen, dass das von den Chinesen verwendete Wort fuer Auslaendern in der Regel ein sehr respektvolles ist und dass man als Auslaender auch sehr zuvorkommend und mit Respekt behandelt wird). Wenn ich einen kleinen chinesischen Supermarkt betrete, dann kann ich sicher sein, dass jeder (egal ob Personal oder Kunde) sofort aufhoert, das zu tun was er eben noch gemacht hat und stattdessen hoch interessiert beobachtet, was die Auslaenderin tut. Als ich mir einmal in der U-Bahn bei einem Automaten ein Ticket kaufen wollte, haben sich tatsaechlich drei U-Bahn Angestellte direkt neben mich gestellt und mir dabei zugeschaut, wie ich den Automaten bedient habe, wie ich das Geld eingeworfen und schliesslich mein Wechselgeld und das Ticket entnommen habe. Ich habe fast damit gerechnet, dass sie nach dieser erfolgreichen Transaktion zu klatschen anfangen wuerden. Wenn mein Mittagessen ins Buero geliefert wird (meistens ein Salat von Wagas), schaut unser Security Guard zuerst in das Sackerl, weil er es so interessant findet und unbedingt wissen muss, was die Auslaenderin schon wieder Komisches zu essen bestellt hat. Dann schaut er auf die Rechnung – viel interessanter ist ja zu wissen, was die Auslaenderin bezahlt hat.

Einmal sass ich im Taxi und der ziemlich junge Fahrer konnte anscheinend sein Glueck nicht fassen, dass er eine Auslaenderin fuehren durfte. Jedenfalls drehte er sich die ganze Zeit waehrend der Fahrt zu mir um, um mich mit einem strahlenden Laecheln und grossen staunenden Augen anzuschauen. Das fand ich nun wieder ein wenig leichtsinnig, sollte er sich doch auf den ohnehin schon gefaehrlich Verkehr konzentrieren. Ich deutet ihm jedenfalls, dass er nach vorne schauen sollte. Daraufhin stammelte er ganz nervoes: „Solly, solly. You beautiful!“

An dieser Stellen muss ich erklaeren, dass man, wenn man so wie ich eine schneeweisse Haut hat, in den Augen der Chinesen ein wesentliches Schoenheitskriterium erfuellt. Zuhause bekam ich immer folgende oder aehnliche Kommentare zu hoeren: „Du schaust aber nicht gut aus, bist du krank?“ oder „Ein bisschen Farbe wuerde dir nicht schaden.“ In China sind die Reaktionen ganz andere. Als ich mich einmal gebeutelt von einer ueblen Magen-Darminfektion mit letzter Kraft ins Buero schleppte und rueckschliessend auf meine Gesichtsfarbe eigentlich gar nicht mehr am Leben sein durfte, schrie die chinesische Empfangsdame im Buero bei meinem Anblick: „Oh my god, you are so beautiful today, what did you do?!?“ Fuer chinesische Frauen ist dies tatsaechlich eine der wichtigsten Fragen des Lebens: Wie kann ich meine Haut weisser machen? Sie tun die interessantesten Dinge, um eine weisse Haut zu bekommen. Letzten Sommer habe ich mich gewundert, warum fast jede bei strahlendem Sonnenschein mit einem aufgespannten Regenschirm herumlief. Kein Regenschrim, ein Sonnenschirm, wie ich belehrt wurde. Das Interessanteste sind aber die zahlreichen „Whitening Lotions“ die in allen Supermaerkten und Parfuemerien angeboten werden. Was fuer uns der Selbstbraeuner ist, das ist fuer die Chinesinnen der Weissmacher. Es gibt weissmachende Gesichtscremes, weissmachende Bodylotions, weissmachende Gesichtswasser und sogar weissmachende Deos. Letzteres finde ich persoenlich mehr als eigenartig – weisse Achselhoehlen? Doppelt unnoetig, da sich doch die meisten chinesischen Frauen unter den Achseln gar nicht rasieren. Wenn man als westliche Frau Kosmetika einkaufen geht, muss man hoellisch aufpassen, dass man nicht versehentlich ein mit Whitener versetztes Produkt erwischt. Diese Whitener funktionieren tatsaechlich, wobei ich lieber nicht wissen moechte, was da drin ist (alle bleichenden Susbtanzen, die mir einfallen sind so ziemlich das Letzte, was ich an mein Gesicht liesse).

Eines Tages kam ich ins Buero und erschrak ueber das auffallend bleiche Gesicht meiner lieben Assistentin an diesem Morgen. Ich wusste, dass es ihrer Mutter gesundheitlich nicht so gut ging und fragte sie besorgt, ob denn alles in Ordnung waere. „Natuerlich, warum denn auch nicht?“ lautete die Antwort, die sie vergnuegt gab. Als ich sie auf ihre weisse Gesichtsfarbe ansprach, meinte sie nur hocherfreut: „Das hast du bemerkt? Ich habe mir einen neuen Whitener gekauft und gestern Abend das erste Mal verwendet.“

Nachtrag: Wie ich vor kurzem erfahren durfte, ist die Whitening Lotion nur die Spitze des Eisberges. Yogamonkee machte mich netterweise (nocheinmal vielen Dank an dieser Stelle!) auf ein weiteres, sehr interessantes Kosmektikprodukt aufmerksam, das sie in Singapur entdeckt hatte. Ich konnte das folgende Produkt leider noch in keinem Drogeriemarkt in China entdecken, bin aber ueberzeugt, dass es unter der Hand auch in Shanghai erhaeltlich ist:

http://img.alibaba.com/photo/11389121/Finale_Pink_Nipple_Cream.jpg

Die Produktbeschreibung ist auch ein sehr gutes Beispiel fuer die charmanten Englisch-Uebersetzungen, mit denen man jeden Tag in China konfrontiert wird:

***How to Turn Nipple PINK Again like Virgin Nipple and Baby Nipple***
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International orders.


NIPPLES PROBLEM?:
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WHAT LOVER THINKING?:
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Dienstag, 17.11.2009, 10:20
Ausgangsituation ist diesselbe wie in „Zentral gesteuert“ nur ist es mittlerweile Herbst geworden. Aus dem Lueftungssystem kommt nach wie vor kalte Luft, ich sitze nach wie vor mit mehreren Schichten Kleidung und Schals im Buero, trinke heissen Tee und fluche ueber die sibirische Kaelte.

Meine Assistentin hat zwar schon laengst ein funktionierendes kleines Heizgeraet aufgetrieben, um den Kampf gegen die Klimaanlage aufzunehmen, aber mir gefaellt diese Loesung nicht. Ich kann mich einfach nicht damit abfinden, dass aus der zentralen Klimaanlage kalte Luft kommt, obwohl es laengst nicht mehr Sommer ist, sondern Spaetherbst (8 Grad Celsius). Da ist etwas nicht in Ordnung, die Klimaanlage muesste heizen und nicht kuehlen. Ich bespreche dieses Problem mit meinen Kollegen. Niemand weiss, was mit der Klimaanlage nicht in Ordnung sein koennte. Sie schauen mich alle verstaendnislos an. Bei ihnen im Zimmer waere es nicht so kalt. Ausserdem haette ich ja, genauso wie alle anderen, ein kleines Heizgeraet in meinem Zimmer. Somit sei alles in Ordnung. Ich versuche zu erklaeren, dass die Loesung des Problems nicht darin liegen kann, dass wir die offensichtlich defekte Klimaanlage ignorieren und stattdessen dagegen mit kleinen stromfressenden Heizgeraeten ankaempfen. Diese Einstellung macht mich in den Augen meiner chinesischen Kollegen kompliziert und konfliktfreudig. Wieso muss ich unbedingt die Ursache der nicht heizenden Klimaanlage erforschen? Es ist einfach eine unveraenderbare Tatsache, dass die Klimaanlage kalte Luft in die Bueros blaest. Damit wir nicht erfrieren, haben wir unsere kleinen Heizkoerper. Problem geloest aus der Sicht aller, ausser mir.

Da ich gerade ein bisschen Zeit habe, beginne ich den Aufstand zu proben. Ich beschwere mich lauthals bei allen, die meinen Weg kreuzen. Bei meiner Chefin, Assistentin, bei meinen Kollegen, bei der Dame am Empfang, bei der Putzfrau und bei den Sicherheitsleuten, bei den Kollegen aus anderen Abteilungen. Ich huste und niese demonstrativ und mache Andeutungen, dass ein derart kaltes Klima die Schwaechung des Immunsystems und somit eine erhoehte Anfaelligkeit des Koerpers fuer alle moeglichen Viren zur Folge haben wuerde. Ich spiele dabei bewusst mit der chinesischen Aengstlichkeit vor Krankheiten, ohne aber einen bestimmten Virus explizit zu erwaehnen. Ich will ja keine Massenpanik im Buero ausloesen. Man muss die Grenzen kennen.

Zaghaft beginnt sich schliesslich eine Kollegin meiner Protestaktion anzuschliessen. Wir fuehren vor unseren Zimmern lautstarke Diskussionen ueber das Problem und stimmen ein Hustkonzert an. Auch sie findet, dass man etwas gegen die Kaelte machen sollte. Schliesslich wuerden wir auch Miete fuer ein funktionierendes Gebaeude bezahlen.

Schliesslich sind alle mit den Nerven am Ende und haben mein Theater satt. Es wird ein Techniker gerufen. Der schaut sich die Klimaanlage nichteinmal an und erklaert mir, dass nach dem Mittagessen auf Heizen umgeschaltet werden wuerde. Ich bin perplex. Wie, auf Heizen umschalten? Das wuerde ja heissen, dass die Klimaanlage ueberhaupt nicht defekt ist, sondern bewusst kalte Luft in unsere Zimmer geblasen wird.

Die Kollegin, die sich meiner Protestaktion angeschlossen hat, erklaert mir schliesslich die ganze Sache unter vier Augen: Der Vermieter wuerde grundsaetzlich das Heizen solange wie moeglich hinauszoegern, um Kosten zu sparen. Da jeglicher Konflikt mit dem Vermieter (so wie generell jeder Konflikt in jeder Lebenssituation) vermieden wird, beschwert sich niemand, sobald es im Buero zu kalt wird, sondern es werden still und leise die kleinen Heizkoerper aufgestellt und alle hoffen, dass der Vermieter so bald wie moeglich die Heizung anschaltet. Jeder haelt sich an diese unausgesprochene Regel. Lediglich mein Verhalten in diesem Zusammenhang war (wiedereinmal) systemwidrig, da ich nach der Ursache der nicht funktionierenden Klimaanlage zu fragen begann und willens war, die Ursache zu beseitigen. Um jeglichen Konflikt im Keim zu ersticken, behaupteten meine lieben, harmoniebewussten Kollegen zunaechst, dass die Ursache des Problems unbekannt waere und man daher auch nichts machen koennte. Sie hofften, mich mit dieser Erklaerung ruhig zu stellen. Da ich mich aber nicht entmutigen liess und meine Proteste nicht verstummten, wurde irgendwann der Vermieter verstaendigt und die Heizung eingeschaltet. Dem Vermieter lag naemlich auch viel daran, einen Konflikt zu vermeiden.

Die Kollegin, die sich meiner Protestaktion angeschlossen hat, ist uebrigens ganz meiner Ansicht, dass man etwas gegen Misstaende machen sollte und es vom Vermieter unverschaemt waere, Mitte November noch nicht zu heizen.

Es gibt Hoffnung.


Montag, 02.11.2009, 12:39
Obwohl ich mein Leben in Shanghai wirklich geniesse, denke ich mir manchmal, dass es noch wesentlich lustiger sein koennte, wenn ich ein Mann und Single waere. Westliche Maenner koennen sich in Shanghai wie die Haehne im Korb fuehlen. Fuer viele junge chinesische Frauen ist es das Groesste, sich einen Auslaender zu angeln. Und sie gehen dabei nicht immer zimperlich vor, sondern oft ziemlich direkt und zielorientiert. Dh der Mann muss sich noch nichteinmal wirklich anstrengen.

Beispiel: Eine Freundin von mir lebt seit einem Jahr mit ihrem Mann in Shanghai. Er ist ziemlich attraktiv, sehr gross, hat blondes Haar und blaue Augen. Eines Tages gingen die beiden spazieren. Des Weges kam eine kleine, zierliche, sehr zurechtgemachte junge Chinesin mit ihrem Huendchen. Das Huendchen fand grossen Gefallen an dem Ehemann meiner Freundin und beschnupperte ihn schwanzwedelnd. Das Frauchen griff die Gelegenheit beim Schopf und begann trotz der anwesenden Ehefrau (!!) unverhohlen mit meinem Bekannten zu flirten („My dog really likes you. You are a very handsome man, maybe we should meet for a coffee some other day ...“etc.). Zum Glueck nahm meine Freundin die ganze Begebenheit mit Humor und lachte auch noch spaeter mit ihrem Mann darueber.

Zweites Beispiel: Als ich auf Geschaeftsreise in Peking war, ging ich nach dem erfolgreichen Abschluss eines Projektes mit ein paar Kollegen ins Paulaner Brauhaus. Darunter war ein maennlicher Kollege, der nur fuer zwei Wochen nach Peking geschickt worden war, aber eigentlich in Deutschland lebte. Nachdem dieser Kollege (um die vierzig, dicklich und eher unscheinbar) schon ein paar Getraenke konsumiert hatte, begann er mir von den beiden jungen Chinesinnen zu erzaehlen, die er am Vorabend in einer Bar getroffen hatte. Die haetten ihm soviel Aufmerksamkeit geschenkt und waeren ja zu allem bereit gewesen. Und huebsch seien die gewesen, viel huebscher als die meisten Frauen in seinem Bekanntenkreis zuhause. Auch wesentlich huebscher als seine Lebensgefaehrtin. Ich fragte ihn ziemlich provokant, ob er sich denn ueberlegt haette, eine der beiden mit ins Hotel zu nehmen. Das wuerde doch die Lebensgefaehrtin zuhause nie mitbekommen. Er nahm noch einen Schluck Bier und meinte, dass ihm der Gedanke schon gekommen waere. Allerdings wuerde er seine Lebensgefaehrtin doch lieben und koennte das nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Wuerde er aber laenger hier leben (und seine Lebensgefaehrtin waere daheim), dann waere die Versuchung auf Dauer wahrscheinlich zu gross.

Tatsache ist, dass selbst ein Mann, der bei uns als schwer vermittelbar gilt, in China keine Probleme hat, eine halbwegs attraktive, junge Frau zu bekommen. Das liegt primaer daran, dass die meisten westlichen Maenner in China wesentlich mehr verdienen als chinesische Maenner – der typische Auslaender wurde von seinem Arbeitgeber mit einem guten Gehalt und zusaetzlichen Benefits (Wohnung inklusive, oft Auto mit Fahrer inklusive) nach China geschickt. Arme oder arbeitslose Auslaender gibt es nicht, eine Aufenthaltsbewilligung bekommt nur, wer potentiell etwas zur Entwicklung der chinesischen Wirtschaft beitragen kann. Nach chinesischen Massstaeben hat man als Europaeer schnell ein gutes Gehalt. Und fuer die meisten chinesischen Frauen zaehlt in erster Linie Geld. Das geben sie auch ziemlich offen zu. Selbst meine wirklich liebe Assistentin, die seit kurzem einen Freund hat, meinte ganz ehrlich in grosser Runde, dass das Beste an ihrem neuen Freund sein Einkommen waere. Man muss sich in diesem Zusammenhang die Lebensumstaende der Leute vor Augen halten: Durch die Einkind-Politik muss das einzige Kind meistens schon mit Anfang oder Mitte 30 beide Eltern erhalten. Das liegt daran, dass in China die Frauen im Durchschnitt mit 50 und die Maenner mit 55 In Pension gehen (offiziell eigentlich 55 und 60, aber oft muessen die Leute frueher gehen, um Platz fuer junge Arbeitnehmer zu schaffen). Vom Staat gibt es nicht viel bis gar keine Unterstuetzung, sodass die Leute selbst schauen muessen, wie sie sich durchschlagen. Deswegen spielt Geld in China eine viel wichtigere Rolle als bei uns und ist auch bei der Partnerwahl das wichtigste Kriterium.

Und so kommt es, dass sich ein durchschnittlicher (deutscher, franzoesischer, hollaendischer, amerikanischer etc.) Mann in Shanghai ploetzlich wie der Hahn im Korb vorkommt. Es ist ploetzlich so einfach, eine Frau aufzureissen, nicht wie zuhause, wo man sich tagelang einen ausgefallenene, smarten Spruch ueberlegt, der dann von dem Objekt der Begierde missverstanden und mit einer boesen Bemerkung quittiert wird. Der Trick mit dem Zuerst-betrunken-machen-und-dann-flachlegen scheint hier auch hervorragend zu funktionieren (wurde mir von einem Bekannten bestaetigt). Ein Paradies fuer den aufrisswuetigen westlichen Mann.

Dachte sich auch der Bekannte einer Bekannten eines Bekannten, der von seiner Firma fuer zwei Jahre nach Shanghai geschickt wurde. Frau und Kinder blieben zuhause in Deutschland und man besuchte sich mehrmals im Jahr. Nach einiger Zeit war die Versuchung in Gestalt einer jungen Shanghainesin aber doch zu gross – die Ehefrau war ja weit weg am anderen Ende der Welt und wuerde diesen kleinen Zeitvertreib nie mitbekommen. Dummerweise stand die Shanghainesin nach ein paar Monaten mit Sack und Pack und einer herzerreissenden Geschichte vor der Tuer der grossen, schoenen Expat-Wohnung des Bekannten. Dieser war ja kein Unmensch und liess die Geliebte gerne voruebergehend bei sich wohnen, natuerlich nur bis sich ihre Lage verbessert hatte. Die Lage verbesserte sich aber nicht, sondern wurde noch viel schlimmer, sodass nach ein paar weiteren Monaten auch die Eltern und die Grossmutter der Geliebten einziehen mussten (man bemerke – die Versorgungspflicht!). Wir wissen leider nicht, wie die Geschichte ausgegangen ist, doch haben wir uns schadenfroh die schoensten Szenarien ausgemalt, wenn eines Tages die deutsche Ehefrau mit den Kinderlein im Schlepptau wiedereinmal auf Besuch kommen sollte.

Das ist die eine Seite der Medaille – viele andere westliche Maenner geniessen das reichhaltige Angebot und wechseln ihre chinesischen Freundinnen im Wochentakt (oder noch haeufiger). Diese Maenner geniessen die Unverbindlichkeit dieser Beziehungen und entsorgen ihre Freundinnen ohne jede Skrupel. Wozu sich noch um eine schwierige, anspruchsvolle, oft nicht uebermaessig attraktive Frau (in Deutschland, Oesterreich, Frankreich, Spanien, USA etc.) bemuehen, wenn man hier die freie Auswahl unter lauter angepassten, laechelnden, pflegeleichten Pueppchen hat? Sobald man jedoch so ein vermeintlich harmloses Pueppchen geheiratet hat, stellt sich oft heraus, dass es das Pueppchen faustdick hinter den Ohren hat, die Sanftheit reine Taktik war und das Eheleben alles andere als gemuetlich ist. Doch solange man noch nicht verheiratet ist, kommt man aus der Sache schnell wieder heraus.

Dazu folgendes Beispiel: Ein deutscher Praktikant in meiner Firma (zum Glueck nicht in meiner Abteilung) verbrachte jede Stunde seiner Freizeit damit, chinesische Frauen kennenzulernen und so schnell wie moeglich flachzulegen. Er hatte oft jeden Abend eine andere Frau in seiner Wohnung – woher ich das weiss? Sein armer Mitbewohner musste jeden Abend bis ungefaehr 23.00 Uhr die Zeit irgendwie totschlagen, da es bis dahin aufgrund der wilden Paarungsaktivitaeten des anderen Praktikanten in der Wohnung nicht auszuhalten war. So passierte es, dass der arme Tropf jeden Abend mit mir oder seinen anderen Bekannten in einer Bar sass und uns sein Leid klagte. Im Gegensatz zu seinem Mitbewohner hatte er naemlich eine nette Freundin daheim, die er im Leben nicht zu betruegen gedachte.

Ich habe einmal eine meiner chinesischen Kolleginnen darauf angesprochen, was sich denn die chinesischen Frauen von den westlichen Maenner erhoffen wuerden. Meine Kollegin meinte, dass sie sich nur vorstellen koennte, dass es sich um unreife junge Dinger handeln wuerde, die nur das Geld sahen und sich ansonsten keine weiteren Gedanken machten. Fuer meine Kollegin waere ein westlicher Mann nicht in Frage gekommen, weil der kulturelle Unterschied einfach zu gross sei. Nach ihrer Ansicht wollten die westlichen Maenner doch alle irgendwann wieder zurueck in ihr Heimatland und dann wuerden die Probleme beginnen. Die chinesische Frau wuerde aus ihrer Familie herausgerissen, was allein schon wegen der Versorgungspflicht gegenueber ihren Eltern ein Problem waere. Dann wuerde die chinesische Ehefrau im Ausland keine Arbeit finden und waere ans Haus gebunden. Sie kannte ein Paar, der Ehemann Schweizer und die Ehefrau Chinesin, das nach einem Jahr in der Schweiz wieder zurueck nach China gekommen war, weil fuer die Ehefrau das Leben in der Schweiz so unertraeglich gewesen sein musste. Sie haette nicht arbeiten koennen, sie haette keinen Anschluss, keine Freundinnen gefunden und waere in dem gemeinsamen Haus am Zuerichsee vollkommen vereinsamt. Schliesslich sah der Mann die Rueckkehr nach China als einzige Moeglichkeit, um die Ehe noch zu retten. Er hat sich wohl irgendwie damit abgefunden, nun fuer den Rest seines Lebens in Chongqing zu leben.

Meine Kollegin vertrat noch eine weitere Theorie, warum fuer manche chinesische Frauen ein westlicher Mann interessant sein koennte. Sie erklaerte mir, dass die meisten chinesischen Maenner sehr traditionell waeren und eine moeglichst junge, unverbrauchte Frau haben wollten. Eine Frau ab 30 gelte in den Augen vieler chinesischer Maenner als nicht mehr attraktiv. Somit koenne sich eine unverheiratete Frau ab 30 darauf einstellen, auch fuer immer Single zu bleiben. Fuer diese Frauen bliebe als einizge Alternative um eine Familie zu gruenden nur noch Auslaender uebrig. Die Auslaender haetten ja bekanntermassen kein solches Problem mit dem Alter einer Frau. Das rechnete meine Kollegin westlichen Maennern auch sehr positiv an.

Was ist aber nun mit westlichen Frauen und chinesischen Maennern? Ich habe mich in meinem Bekanntenkreis in Shanghai umgehoert, aber es fehlt definitiv an Erfahrungswerten. Mein oberflaechlicher Eindruck waere: Da sind die kulturellen Unterschiede noch groesser. Als ich eine andere meiner chinesischen Kolleginnen auf das Thema „westliche Frau und chinesischer Mann“ angesprochen habe, hat sie - und das habe ich nicht erfunden und entspricht auch nicht meiner Wahrnehmung - wortwoertlich auf Englisch zu mir gesagt (oder besser geschrien): „Chinesische Maenner? Vergiss es, sei froh, dass ihr auslaendischen Frauen euch nicht mit denen herumschlagen muesst – sie schauen nur fern, sie rauchen im Bett, sie putzen sich nicht die Zaehne, sie duschen maximal einmal in der Woche, es ist unertraeglich!“
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